ARGENTINIEN Live Blog

Eine Reisegruppe des Evangelischen Jugendwerkes befindet sich gerade in Argentinien und besucht unsere Partnergemeinden vor Ort. In diesem Blog berichtet Bildungsreferent Micha Schradi täglich von den Eindrücken der Reise:

Tag 10:

Hallo Heimat,

so schnell vergeht die Zeit, unsere eindrückliche Argentinienreise geht zu Ende. Die letzten Tage haben wir zum Sightseeing und zum Einkaufen genutzt, jede*r nach seiner Fasson: die einen sind mit dem Auto (incl. Reifenpanne) zum Wandern gefahren und haben den „Cerro de los Cristales“ bestiegen, andere besuchten eine Estancia und eine dritte Gruppe hat sich in El Chalten den „Fitz Roy“ angesehen. Zurück in Buenos Aires war der „Hop On Hop Off Bus” begehrt und der Künstlermarkt in San Telmo. Untergebracht waren wir zuletzt bei der Iglesia Evangélica del Rio de la Plata und haben dort einen gemeinsamen Gottesdienst gefeiert. So bleiben zum Ende unserer Reise viele Eindrücke. Inzwischen sind fast alle wieder zuhause…..

Herzliche Grüße in die Heimat

Micha Schradi

Tag  9:

 

Hallo nach Blaubeuren, unsere Reise geht dem Ende zu. Zwei Tage haben wir in San Carlos de Bariloche verbracht. Die lutherische Gemeinde dort hat uns mit einem leckeren Asado begrüßt und wir hatten schönen gemeinsamen Abend mit vielen Gesprächen. Tagsdrauf haben wir dann im Barrio „Las Malvinas“ die Arbeit von Goditas angeschaut. Hier sind in den letzten Jahren die meisten Spendengelder der Benefizaktionen hingeflossen und es hat sichtbar einiges getan. Dabei müssen wir aufpassen, dass wir nicht alles mit unseren deutschen Ansprüchen betrachten. Die Sanitäranlagen in Goditas sind im Werden, wie wir feststellen konnten. Das Material ist da und die Arbeiten gehen in „tiempo patagonico“ vorwärts (d.h. ein wenig langsamer als wir es uns vorstellen). Hand anlegen können wir leider nicht, die Baustelle ist klein und unsere Zeit zu knapp. Der Bäckereibetrieb in Goditas klappt prima und mit den Kursen und Seminaren ist Goditas ein Vorbild für viele geworden, weil die Frauen und Jugendlichen die Kurse wirklich von Anfang bis Ende durchziehen und sich damit gute Grundlagen schaffen.

Inzwischen sind wir alle etwas müde, es ist einfach anstrengend. Nicht nur das Reisen und Arbeiten auch zu Gast sein und die sprachlichen Hürden kosten immer wieder Kraft. Wir sind jetzt unterwegs ganz im Süden in der Provinz Santa Cruz und haben uns heute den Gletscher Perito Moreno angeschaut. Diese berauschende Schönheit der Natur und diese Erinnerungen und Eindrücke der heftigen sozialen Unterschiede. Es bleibt unglaublich …

 

 

 

Tag 8:

Wir stehen unmittelbar vor der Weiterreise nach San Carlos de Bariloche. Gestern hatten wir noch einen schönen Gottesdienst, eine wunderbare Wandertour und sind dann zum Beobachten der Wahlergebnisse in einer Brauerei eingekehrt. Die Tage hier in San Martin de los waren sehr intensiv, anstrengend aber vor allem schön. Der Austausch mit den Menschen aus der Gemeinde und in den Familien bringt ganz neue Aspekte und Denkanregungen mit sich. Unsere Arbeiten hier sind prima gelaufen und uns wurde der schwäbische Fleiß mehrfach attestiert. Wir haben noch schwäbisch gekocht für unsere Gastgeber (Wurstsalat, Laugenwecken, Kässpätzle, …)Ob wir mehr gearbeitet oder gegessen haben, bleibt für uns unklar. Sicher ist die Zeit hier wird für uns und die Gemeinde in langer Erinnerung bleiben, wir haben viel voneinander hören und lernen können. Der Abschied wird schwer …

 

 

Tag 7:

Hallo Zuhause

Wir haben schon die Halbzeit erreicht auf unserer spannenden Reise. Die Mischung aus Sightseeing, Arbeit und Begegnung ist prima und anstrengend. Wir sind jeden Abend todmüde. Unsere Gastgeber verwöhnen uns mit leckerer argentinischer Küche. Wir sind unsicher ob wir mehr essen oder arbeiten. Jedenfalls ist der Boden im neuen Bad betoniert und die Zwischendecke wird mit bereits mit Dielen beplankt.

Unterbrochen wurde die Arbeit mit dem Besuch in einem Privatmuseum des Künstlers Miciu (https://www.georg.com.ar/; https://www.artedelaargentina.com.ar/disciplinas/artista/pintura/georg-miciu ) und gestern Nachmittag sind wir auf dem Kreuzweg in Junin de los Andes unterwegs gewesen. In der Bibliothek waren wir als Diskussionspartner für die Energiewende in Deutschland gefragt und konnten die aus unseren privatem Umfeld die Veränderungen, Vorteile aber auch die Konflikte und Grenzen beschreiben. Hier hat sich die Vielfalt unserer Gruppe wieder einmal als sehr bereichernd gezeigt. Die Zeit verfliegt. Am Sonntag sind dann die Wahlen, also wird es ab morgen keinen Alkohol mehr zu kaufen geben und für den kommenden Montag ist bereits angekündigt, dass die Banken geschlossen bleiben. Die vielen Fragen und die beeindruckende Schönheit des Landes fordern uns immer wieder heraus …

Viele Grüße in die Heimat

Micha Schradi

 

Tag 6:

..die Zeit vergeht im Flug, jeder Tag ist gefüllt mit Arbeit, Begegnungen und Eindrücken der wundervollen Natur. Wir leben alle in Familien und hören viel von dem was die Menschen hier beschäftigt und wie sie die Welt wahrnehmen. Die Situation in Chile und Bolivien beunruhigt unsere Gastgeber und die Präsidentschaftswahlen am Sonntag werden mit Spannung erwartet. Das Lokal Derby Boca gegen River Plate (die beiden Spitzenfußballteams aus Buenos Aires) hat gestern für Abwechslung Jubel und tiefe Trauer gesorgt – wir leben in einer Fußballnation. Nach dem Baustellentag (wir haben eine Zwischendecke in das Pfarrhaus eingezogen, das Gebälk gestrichen, Schlitze geklopft und die Fußbodenheizung verlegt) waren wir gestern bei einem Ausflug unterwegs. Bei klaren sonnigem Wetter hat sich der Lanin ein beeindruckender mit Schnee und Gletscher überzogener Vulkan) von seiner schönsten Seite gezeigt und die berauschende Umgebung am See war ebenso faszinierend. Wieder einmal sind es die Gegensätze die ins Nachdenken bringen, diese wundervolle Natur und die sichtbaren sozialen Unterschiede. Welch ein Reichtum das erleben zu können …

Tag 5:

…wir sind weiter unterwegs, heute geht´s auf der „Ruta 40“ in Richtung Süden. Unser Ziel ist San Martin de los Andes. Gestern war arbeitsfrei. Wir haben uns das Altenheim angesehen, bei einer Weinprobe vergnügt und am Nachmittag hat uns die Gemeinde zum Sauerkrautessen und zum Gottesdienst eingeladen. Zum Essen war ein großer Esstisch in der Kirche aufgebaut und für den Gottesdienst wurde die Bestuhlung auf den Altar ausgerichtet. Sogar die ehemaligen Freiwilligen waren gekommen mit ihren Familien. Den Gottesdienst hat Vikar Pedro gehalten und wir haben ein paar Lieder beigetragen. Auch die Grüße aus Blaubeuren haben wir überbracht und unser Gastgeschenk (eine Lutherrose aus Glas). Die Gastfreundschaft war wieder einmal überwältigend. Vom Mate über die leckersten Torten bis zum Asado … .Und dennoch kann man sich vorstellen, dass die gastgebende Gemeinde in Allen jetzt auch erleichtert ist, dass wir weiterziehen. Schon allein die Fahrstrecken, die sie für und mit uns zurückgelegt haben waren enorm. Und uns bleibt nun auf der Busfahrt entlang der Kordilleren etwas Zeit das Erlebte zu verdauen. Und in San Martin warten dann die nächsten Arbeiten und Erlebnisse. Ach und heute Morgen haben wir Zuwachs bekommen, Micha Schüle ist jetzt mit uns unterwegs.

Tag 4:

heute geht das Schreiben schwer, viele Eimer Beton gingen durch unsere Hände. Doch von vorne: Unser Arbeit in Allen begann mit dem herausreißen der Bodenbeläge im ehemaligen Pfarrhaus. Studentenwohnungen sollen hier entstehen, denn in Allen ist ganz neu eine Universität angesiedelt und auch die Studierenden der Krankenpflegeschule suchen immer wieder Wohnungen. So könnte sich eine Win-Win-Situation ergeben, wenn die Wohnungen für günstiges Geld vermietet werden, die Bewohner das Altenheim durch Mitarbeit unterstützen und wieder jungen Menschen auf der Chacra (dem Aussiedlerhof) leben und damit die Chacra beleben. Die Parkettfliesen haben wir säuberlichst aufgestapelt und dann noch den Untergrund (loser Beton & Bitumen) ausgegraben. Irgendwann war dann keine Arbeit mehr für uns, also sind wir zur Besichtigung einer Trinkwasserabfüllanlage aufgebrochen. Neben der großen Fabrik und deren Einrichtung war für uns vor allem die Anreise interessant. Mit 4 PKWs waren wir unterwegs und haben einige Runden gedreht, uns immer wieder im Verkehr verloren und sind schließlich mehr als eine Stunde später am Ort angekommen. Dennoch blieben alle entspannt. Heute haben wir dann den neuen Estrich betoniert, sind zwischendurch mit Empanadas (leckeren argentinischen Teigtaschen) verwöhnt worden und haben vor allem auch viele  andere Arbeiten auf der Chacra erledigt (den Bewässerungsgraben gereinigt, herumliegendes Holz zersägt, gestapelt und den „Kleingruscht“ verbrannt, die Wiese gemäht, die Toilette abgedichtet, den Rolladen repariert,…). Und weil der bestellte Zement noch immer auf sich warten ließ, mussten unsere Maurer (Papa Luis und Sohn Luis) immer wieder Zement kaufen gehen und wir haben die Pause für ein kühles Bier genutzt, denn inzwischen haben wir sehr sommerliche Temperaturen (ca. 25°C) und alle haben schon Sonnenbrand.

Tag 3:

Nach 18 Stunden Busfahrt sind wir heute in Allen angekommen. Die Congregacion/Kirchengemeinde hat uns am Busbahnhof abgeholt und nach einem gemeinsamen Essen wurden uns die Unterkünfte zugeteilt. Der Großteil wohnt in Neuquen der nahegelegenen größeren Stadt (350.000 Einwohner). In Allen direkt beim Altenheim wohnen drei von uns. Hier werden wir dann morgen unsere Arbeit beginnen. Noch können wir schwer einschätzen was uns erwartet. Klar ist aber, dass um 7:45 Uhr in Neuquen abgeholt wird und um 8:30 Uhr die Arbeit beginnt. Also liegen schon mal die Arbeitshandschuhe bereit und dann schau mr mal …

 

Tag 2:

Ein ganz anderes Bild von Buenos Aires heute: gemeinsam mit Pamela, einer Mitarbeiterin der Diakonie, sind wir mit dem Zug nach Florencia Varela gefahren und haben dort ein kirchliches Hilfezentrum besucht. Die Idee dabei ist, Kindern und Familien Anregungen und Möglichkeiten zu bieten, der Armut zu entrinnen. Wir erleben fröhliche Kinder und hören, dass die Lebenssituation in dem armen Stadtviertel immer schwieriger wird. Pamela kennt man in der Siedlung an jedem zweiten Haus kommen Kinder oder Eltern auf sie zu … – sie lebt den Grundsatz der Kirche am La Plata: Wir wollen den Armen ein Zeugnis geben, dass Gott sie nicht vergessen hat.

 

 

Tag 1:

Micha Schradi berichtet direkt aus Argentinien:

“Wir haben den ersten Tag in Argentinien hinter uns. Nach einem aufregenden Flug sind wir glücklich, wirklich glücklich, in Buenos Aires gelandet. Gewitter und strömender Regen haben eine turbulente Landung hervorgerufen und manche Übelkeit verursacht. Später hat uns der Regen zu einer ausgiebigen aber wohltuenden Mittagruhe gezwungen eher wir am Nachmittag zu Fuß die erste Stadterkundung angegangen sind. San Telmo und das Hafenviertel Puerto Madero haben sich dann im schönen Abendlicht gezeigt und an den Stuttgarter Abendhimmel von gestern erinnert.”

Bilder vom ersten Tag: